Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußert umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt.

   1. Der Rempel-Trick:
      Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen. Der Komplize bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer auf den Komplizen aufläuft und dadurch abgelenkt wird, entwendet der „Zieher“ die Wertsachen der ahnungslosen Opfer. Bevorzugte Tatorte sind die öffentlichen Verkehrsmittel im Nah- und Fernverkehr. Auch Rolltreppen, Drehtüren, Fahrstühle oder andere Ein- und Ausgangsbereiche zählen zu den gefährdeten Bereichen.

   2. Der Drängel-Trick:
      In stark frequentierten Bussen oder Bahnen rückt der Taschendieb unangenehm dicht an das Opfer heran. Der Dieb drängelt so lange bis das Opfer ärgerlich seinen Rücken zuwendet und sich die mitgeführte Hand- oder Umhängetasche „griffbereit“ darbietet.

   3. Der Beschmutzer-Trick:
      Insbesondere nach Geldabhebungen wird die Oberbekleidung vom Opfer unbemerkt mit einer Flüssigkeit wie Senf oder Ketchup beschmutzt. Der Täter und seine Komplizen zeigen sich „hilfsbereit“. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das zuvor abgehobene Geld.

   4. Der Bettel-Trick:
      Dieser Trick wird vorwiegend von Kindern angewendet. Dabei wird dem Opfer ein Pappschild mit der Bitte um eine Spende vorgehalten. Während das Opfer bereitwillig nach Kleingeld im Münzfach der Geldbörse sucht, zieht der Täter abgedeckt durch das Pappschild die Banknoten aus dem Scheinfach. Auch der Griff in die offene Handtasche ist denkbar.

   5. Der Stadtplan-Trick:
      Der Taschendieb spricht sein potentielles Opfer an, zeigt sich ortsunkundig und fragt unter Vorhaltung eines Stadtplans nach dem Weg. Während das Opfer die Karte in die Hand nimmt und sich orientiert öffnet der Taschendieb unbemerkt die Hand- oder Bauchtasche.

   6. Der Geldwechsel-Trick:
      Der Taschendieb bittet das Opfer eine bestimmte Münze zu wechseln. Sobald das Opfer nach dem passenden Geldstück im Münzfach sucht, lenkt der Taschendieb das Opfer ab, indem er sein Geldstück in das Münzfach wirft. Beim wortreichen Gespräch wechseln die Banknoten seinen Besitzer.

   7. Der Hochhebe-Trick:
      In einer Gaststätte oder Bar behauptet der Taschendieb das Gewicht des Opfers genau schätzen zu können. Während der Taschendieb sein Opfer umklammert und es hochhebt, entwendet der Komplize die Geldbörse. Leichtes Spiel haben die Täter bei alkoholisierten Personen.

   8. Der Restaurant-Trick:
      In einem Restaurant oder Gaststätte setzt sich der Taschendieb an dem Nebentisch des Opfers. Während das Opfer seine Spiesen einnimmt, entwendet der Taschendieb Wertsachen aus der über der Stuhllehne abgehängten Jacke.

   9. Der Supermarkt-Trick:
      Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.

  10. Der Blumen – Trick:
      Der Blumen oder auch Nelkenverkäufer-Trick findet überwiegend in Tourismusgebieten Anwendung. Dem Opfer wird eine Blume angesteckt. Auf drängen der Täter holt das Opfer seine Geldbörse hervor. Der Täter zeigt auf verschiedene Geldstücke im Münzfach. Während das Opfer nach den Münzen schaut, verschwinden abgedeckt durch einen Gegenstand die Geldscheine aus dem Portemonnaie.

  11. Der Taschenträger – Trick:
      Taschendiebe spähen Personen z.B. vor Warenhäusern oder auf Bahnhöfen aus. Der Täter zeigt sich hilfsbereit und bietet seine Hilfe an, indem er die Reisetasche in den Zug trägt. Während der Taschendieb voraus eilt, stielt er die mitgeführten Wertgegenstände aus der Tasche. Auch Komplizen nutzen die Unaufmerksamkeit, bedrängen an das abgelenkte Opfer und entwenden Wertgegenstände aus mitgeführter Hand- oder Umhängetasche.

  12. Der Klopfer – Trick:
      Taschendiebe gehen den Bahnsteig bei haltenden Zügen ab. Der Komplize geht parallel in den Zügen und schaut nach geeigneten Opfern. Der Täter außerhalb des Zuges klopft bei dem Opfer an die Scheibe und bittet offensichtlich um Auskunftshilfe. Die Abgelenktheit nutzt der Komplize und entwendet die abgelegten Wertsachen.

  13. Der Schlitzer – Trick:
      Dabei führt der Taschendieb eine präparierte Rasierklinge oder einen ähnlich scharfen Gegenstand bei sich um seine Tat zu vollziehen. Dabei sucht der Taschendieb eine Person aus, die seine Geldbörse in der hinteren Hosentasche mitführt. Mit der Rasierklinge schlitzt der Täter die Gesäßtasche des Geschädigten auf. Abgedeckt durch z.B. seine Jacke fängt der Taschendieb die herausfallende Geldbörse auf und flüchtet unerkannt.

  14. Der Nachtschwärmer – Trick:
      Taschendiebe nutzen den tiefen Schlaf betrunkener "Nachtschwärmer" aus, indem sie in öffentlichen Verkehrsmitteln, wie z.B. der S-Bahnen Personen bestehlen, die aus der Disco oder anderen Gaststätten am Wochenende nach Hause fahren.

  15. Der Polizisten – Trick:
      Taschendiebe geben sich als falsche Polizisten aus und teilen den Touristen mit, dass Falschgeld im Umlauf ist. Die Taschendiebe lassen sich die Geldbörse aushändigen und überprüfen das Geld. Dabei entnehmen sie unbemerkt ein Teil der Scheine und machen sich aus dem Staub.

  16. Der Geldautomaten – Trick:
      Das Opfer wird am Geldautomat durch einen der Täter bedrängt oder durch einen Trick abgelenkt. Während das Opfer sich bei der Eingabe der PIN - Nummer gegen den Belästigter abschirmt, hat ein Komplize die Möglichkeit, sich die Nummer zu notieren, die Karte zu stehlen oder auszutauschen.

  17. Der Autokauf – Trick:
      Taschendiebe haben es besonders auf Personen abgesehen, die Kennzeichen, meist auf gut gesuchten Bahnhöfen, offen tragen. Die Täter erwarten dadurch hohe Bargeld- summen. Durch z.B. einen künstlich erzeugten Stau vor dem Betreten des Zuges, entwenden die Täter geschickt das mitgeführte Bargeld.